Blog einer Förderklassen-Lehrerin

Die Autorin dieses Blogs ist Lehrerin in einer Förderklasse. Zur Wahrung der Anonymität (v.a. der Schüler/innen) sind alle Namen geändert. Die in diesem Blog beschriebenen Vorkommnisse entsprechen jedoch der Realität!


Heute bin ich voll und ganz zufrieden ...

Bernhard Ursula am 14.6.2013
Fr 14 Jun

Ja, wir haben ein erfolgreiches Jahr hinter uns!
Das wurde uns heute bewusst, während wir einen eher anstrengenden Tag miteinander verbrachten.
Anstrengend deswegen, weil wir bei den öffentlichen Verkehrsmitteln lange Wartezeiten zu bewältigen hatten, weil unser schöner Platz im Wald bereits von einer Klasse  besetzt war und weil wir eigentlich zu wenig Getränke dabei hatten, wo es doch so heiß war.
A B E R - und das ist jetzt der Punkt: Nur das war anstrengend und sonst nichts!
Wir mussten keinen Streit schlichten, es gab kaum Gejammere und niemand schimpfte und fluchte ordinär vor sich hin!
Ich weiß, dass ich unsere  Ausflüge immer schon als auffallend harmonisch empfunden habe, aber die heutigen Unannehmlichkeiten  wären Anfang des Jahres zu einem Drama ausgeartet.
Mein Kollege und ich waren heute richtig gerührt davon, wie sehr die Kinder unsere Ratschläge, die sie das ganze Jahr über gehört haben, angenommen haben und wie sehr sie auch bemüht darum sind, die in unserer Klasse geltenden Regeln einzuhalten.
Schön war es auch, dass sie mittlerweile fähig sind, in angemessener Lautstärke miteinander zu reden (in der Bahn) , o h n e dass wir sie ständig daran erinnern müssen.
Nach dem heutigen Tag weiß ich, dass sie vor allem eines wesentlich besser können als noch zu Schulbeginn: nämlich, sich in andere hineinzufühlen!
Heute bin ich voll und ganz zufrieden- mit meinen Schülern und mit mir!
 


Streit-Analyse

Bernhard Ursula am 13.6.2013
Do 13 Jun Manchmal filme ich besondere Momente oder ganz alltägliche Schulsituationen. Das ergibt sich spontan,denn die Filmkamera liegt immer wieder einsatzbereit in Griffnähe. Heute wollte ich die Kinder aufnehmen, während sie vertieft mit einer Werkarbeit beschäftigt waren. Dabei ergab es sich zufällig, dass durch irgendeine Kleinigkeit ein höllischer Streit ausgelöst wurde, den ich dann eben zufällig mit der Kamera einfangen konnte. Dieser Streit lief nach einem uns schon sehr vertrauten Schema ab: Nach einer kurzen "Aufwärmphase" eskaliert die Situation dermaßen, dass man meinen könnte, hier gehe es um Leben und Tod. Auslöser solcher Konflikte sind fast immer absolute Lappalien. Im Großen und Ganzen ist genau das das Problem unserer Schüler: Sie reagieren unangemessen und ecken deswegen ständig an. In der einen Sekunde sind sie noch zuvorkommend, hilfsbereit , kreativ und heiter, aber bereits in der nächsten Sekunde zeigen sie sich von ihrer unbarmherzigen, aggressiven und uneinsichtigen Seite. Das ist sowohl für die Schüler selbst enorm anstrengend als auch für ihr Umfeld. Das Schöne an der heutigen Situation war die absolute Klarheit, die über den Hergang des Geschehens herrschte! Denn mit meinem Filmchen konnte ich alles darlegen und tat es natürlich auch. Im Zuge des Krisengesprächs, das anlässlich dieses Streites stattfand, bat ich die Kinder zuerst, mir zu erzählen, was denn nun eigentich passiert sei. Wie immer gab es dabei  verschiedenste Versionen und keiner glaubte dem anderen. Jeder bestand darauf, recht zu haben und das unglückselige Opfer zu sein, das sich ja nur wehren musste. Als wir uns dann gemeinsam die "Auflösung" anschauten, musste sich jeder einzelne eingestehen, dass er sehr wohl etwas zur miesen Stimmung beigetragen hatte. Einer fluchte schrecklich, der nächste schmiss die Stifte eines anderen zu Boden, der dritte heizte die Stimmung auf, indem er anfing zu spotten usw. Das Ganze wirkte so skurril, dass  schließlich alle lachen mussten und die Wut vergessen war. ...

"Lehrerausflug"

Bernhard Ursula am 12.6.2013
Mi 12 Jun

Heute besuchten mein Kollege und ich jene Klasse, in die unser zukünftiger Schüler momentan noch geht.
Solche Besuche statten wir nur dann ab, wenn das die Lehrer möchten, was sehr selten vorkommt. Denn den meisten ist es unangenehm, sich beim Unterrichten beobachten zu lassen, was ich sehr gut verstehen kann.
Diesmal aber kannten wir die Lehrerin und sie lud uns ein, an einer Unterrichtseinheit teilzunehmen. So "könnten wir uns schon darauf vorbereiten, was auf uns zukommt", meinte sie. Wir ließen uns auch nicht sagen, um welches Kind es sich handelt, um es -so nahmen wir an- es nach kürzester Zeit selbst zu erkennen.
Abgesehen davon , dass die Lehrerin einen sehr guten Unterricht machte, konnten wir aber gar nichts Besonderes beobachten. In den 90 Minuten, die wir anwesend waren, einigten wir uns auf drei Kinder, die in Frage kamen, da sie ein bisschen auffälliger waren als der Rest der Klasse.
Als wir nach dem Unterricht mit der Lehrerin sprachen, war diese natürlich völlig frustriert, weil wir ja nun den Eindruck haben müssen, sie suche einen Platz für ein eigentlich unauffälliges Kind. Da konnten wir sie beruhigen, denn bei den Besuchen, die wir in den letzten Jahren absolvierten, lief es immer genau so ab: An diesem Tag war das Problemkind unauffällig wie nie zuvor. Der einzige Tag also, an dem sich die zuständigen Lehrer von Herzen wünschen, dass der Schüler ein möglichst extremes Verhalten zeigt, verläuft vollkommen untypisch.
Aber liebe Lehrer, lasst euch gesagt sein: Wir glauben Euch und wissen genau, wie schwer ihr es in den letzten Monaten hattet!


Notrufe sollten gehört werden ...

Bernhard Ursula am 11.6.2013
Di 11 Jun

Wie ich gestern schon erwähnt habe, gibt es viele Lehrer von Regelklassen, die einen "Notruf" aussenden, da sie für einen ihrer Schüler dringendst einen Förderklassenplatz brauchen würden.
Manche bekommen eine Zusage und werden dadurch von einem oft schon lange anhaltendem untragbaren Zustand erlöst. Sie können sich darauf freuen, bald in einer wesentlich gelösteren und kreativeren Atmosphäre unterrichten zu dürfen. Es geht dann nicht mehr vorwiegend darum, Unterricht überhaupt möglich zu machen (weil einer ständig stört) sondern es wird wieder möglich sein, guten und lustbetonten Unterricht zu halten. Und das ist ja das Schöne am Lehrersein.
Die Lehrer, die weiterhin ein Kind in der Klasse behalten müssen, das völlig überfordert ist (meist von seiner Lebenssituation) und deswegen extrem auffallende Verhaltensweisen zeigt, tun mir wirklich leid. Ihnen sollte sehr viel Verständnis entgegengebracht werden und möglichst wenig "gut gemeinte Ratschläge" von anderen Kollegen. Hört man dann nämlich Meldungen wie :"Also bei mir in der Religionsstunde verhält er (sie) sich ganz unauffällig! Vielleicht solltest du ihn (sie) ........", dann ist das keine Hilfe, sondern eine Zumutung. Denn nur der Klassenlehrer hat dieses Kind viele Stunden pro Tag in seiner Klasse und natürlich gibt es auch Zeiten, in denen der Problemschüler gerade nicht das Problem ist. Aber viel zu oft ist er es eben doch und das zehrt extrem an den Kräften.
Ich glaube, dass fast jeder Lehrer nichts lieber will, als mit all seinen Schülern zurechtzukommen. Wenn also irgendwann die Idee aufkommt, ein Kind abgeben zu wollen, dann kann man davon ausgehen, dass dieser Lehrer  vorher alles versucht hat, um dieses Kind im Klassenverband halten zu können.
 


Abschied ...

Bernhard Ursula am 10.6.2013
Mo 10 Jun

Zwei unserer Schüler verlassen uns bald und werden versuchen, das nächste Schuljahr  in einer "normalen" Schule zu schaffen.
Beide sind mir in den vergangenen zwei Jahren zwar ans Herz gewachsen, aber die unzähligen Male, in denen sie meine Nerven überstrapaziert haben, habe und werde ich auch nicht vergessen.
Ich bin sogar froh, dass ich mich ab September nicht mehr über ihre Unarten ärgern muss. Natürlich haben beide ihr Verhalten in den vergangenen Jahren verbessert. Aber ehrlicherweise muss man zugeben, dass sie jetzt zwar die "Braven" in einer Förderklasse sind, aber garantiert zu den "Mühsamen" in der Regelklasse zählen werden. Denn das sind sie nach wie vor: mühsam!
Auf die nächsten Kinder, die zu uns in die Klasse kommen werden, brauchen wir nicht lange zu warten, denn es gibt einen riesengroßen Bedarf an Förderklassenplätzen, den wir gar nicht abdecken können.
Die "Neulinge" werden uns ab September sicher sehr herausfordern, aber zumindest erleben wir ein bisschen Abwechslung, indem wir neue "Unarten" präsentiert bekommen, über deren Verhinderungstaktik wir uns (neu) den Kopf zerbrechen müssen.
Wahrscheinlich sehnen wir uns dann die altbekannten Spinnereien der ehemaligen Schüler herbei, mit deren Umgang wir schon vertraut waren ;-)
 


Mit einigen Spesen auch viel gewesen ...

Bernhard Ursula am 7.6.2013
Fr 7 Jun

Am Anfang des Schuljahres habe ich mir diesmal vorgenommen, jede Ausgabe für die Schule - und sei sie noch zu klein - aufzuschreiben. Das Warenkorbgeld ist ja meist nach kurzer Zeit aufgebraucht und daher muss man ab da in die eigene Tasche greifen, falls man etwas für die Schule haben will.
Bei mir kommt es unzählige Mal vor, dass ich etwas "im Vorbeigehen" mitnehme. Manchmel ist das eben ein Buch, ein anderes Mal sind es Stifte oder ein Klebstreifen oder ein Hefteinband, der vielleicht schon seit längerem bei einem Schülerheft fehlt (und der nicht und nicht gebracht wird).
Im Laufe eines Schuljahres kommt es auch immer wieder  vor, dass ich etwas für eine gemeinsame Jause mitbringe oder die Schüler mit ein paar Süßigkeiten erfreue.
Ich habe gehofft, dass ich weniger Geld für die Schule ausgeben werde, wenn ich über jede Ausgabe genau Buch führe. Dem war leider nicht so, denn -und ich glaube, dass es fast jedem Volksschulllehrer so geht - es gibt einfach tausend Dinge, die man brauchen kann.
Da nun das Schuljahr fast zu Ende ist, habe ich die Abrechnung gemacht und war erstaunt, dass ich wesentlich mehr Geld als vermutet ausgegeben habe.
Viele, viele Kleinigkeiten kosten zusammen eben doch eine Menge Geld!
Nun weiß ich zwar genau darüber Bescheid, dass ich mir bei Einsparung dieser Summe etwas Schönes kaufen könnte,- aber ich weiß auch ganz genau, dass ich an meinem "Konsumverhalten- die Schule betreffend" auch in Zukunft nicht viel ändern werde. Denn es macht mir einfach viel zu viel Spaß, in einer schönen Klasse zu arbeiten, die so gut ausgestattet ist, dass man alles findet, was man braucht.


Schlechtwetter-Programm

Bernhard Ursula am 5.6.2013
Mi 5 Jun

Eigentlich hatten wir in dieser Woche vor, viel ins Freie zu gehen. Das Wetter machte uns allerdings einen Strich durch die Rechnung, wodurch die Kinder, die sich auf die Ausflüge schon sehr gefreut hatten, frustriert waren.
Also mussten wir uns etwas überlegen, um sie wieder etwas positiver zu stimmen. Durch Zufall hatten wir dann die Idee, einen Markt in unserer Klasse zu eröffnen, bei dem jeder sowohl Käufer als auch Verkäufer sein kann.
Jeder hatte also die Aufgabe, einen eigenen Stand zu eröffnen, der irgendetwas anbot, was die anderen interessieren könnte.
Außerdem  verteilten wir unser Spielgeld so, dass jeder das gleiche Ausgangskapital hatte.
Mein Kollege und ich waren für den kulinarischen Teil zuständig und eröffneten einen Imbissstand. Dafür konnten wir all die Getränke und Knabbereien verwenden, die vom Buffett des Theaterabends übriggeblieben waren.
Die Kinder hatten sehr unterschiedliche Ideen. Die einen bastelten oder zeichneten etwas, die anderen verwendeten schon vorhandene Dinge, um sie wunderschön zu ordnen und zu präsentieren. Nach etwa eineinhalb Stunden Vorbereitungszeit wurde der Markt eröffnet und wir hatten alle den größten Spaß dabei, als Verkäufer oder Kunde zu agieren.
Wir Lehrer freuten uns natürlich auch darüber, dass ganz nebenbei viel gerechnet und viel Geld gewechselt wurde. Die Kinder, die ihr Geld zu schnell verprassten, arbeiteten dafür danach umso mehr.  Sie versuchten, ihren Stand möglichst attraktiv zu gestalten, um wieder an Geld zu kommen. Dabei wurden immer wieder neue Geschäftsideen geboren, wobei manche davon leider floppten.
Uns machte es jedenfalls viel Spaß, die Geschäfts-Tüchtigkeit  (oder -"Untüchtigkeit") der Kinder zu beobachten und für die Schüler hätte der Vormittag ruhig viel länger dauern dürfen.

 


Bücher können glücklich machen ;-)

Bernhard Ursula am 4.6.2013
Di 4 Jun Es erfüllt mich mit Zufriedenheit, wenn ich die Schüler mit Büchern erfreuen kann. Kürzlich habe ich wieder einmal ein paar sehr gute, aber enorm billige Exemplare auf einem Flohmarkt ergattert. Als ich mit diesen in die Klasse kam, fand ich es ausnahmsweise nicht störend, dass sie mir aus der Hand gerissen wurden. Die Ruhe, die dann eintrat, weil jeder in ein neues Buch vertieft war, machte mich richtig glücklich. Manche Kinder können sich für Sachbücher viel mehr begeistern als für Geschichten. Die vielen bunten Bilder in diesen Büchern wecken ihr Interesse. Lesemuffel, die sonst nichts vom Lesen halten, bemerken dann selbst oft nicht, dass sie voller Neugierde die Texte unter den Bildern l e s e n. Ich versuche, die Anzahl der Bücher in unserer Klasse eher gering zu halten. Achtet man darauf, ausschließlich qualitätsvolle und gut erhaltene Bücher zu besitzen, ist das auch nicht schwer. Unzählige Male ist es mir schon passiert, dass ich Bücher wieder aus dem Regal genommen habe, nachdem ich sie selbst ganz gelesen habe. Es gibt so viel Langweiliges und Schlechtes auf diesem Markt. Klassenzimmer, die mit Hunderten von Büchern angeräumt sind, wirken auf den ersten Blick oft toll. Schaut man dann  jedoch genauer, muss man ewig lange suchen, um ein Buch zu finden, das man gerne liest. Mein Ziel ist es, den Kindern beizubringen, welche Sachbücher man haben sollte, um sich weiterbilden zu können. Nachdem ich täglich x-mal in Büchern nachschlage, um ihnen eine Information, die wir in diesem Moment gerade brauchen, geben zu können, haben sie den Wert eines guten Lexikons bereits erkannt. Sie sind nämlich oft erstaunt, wie schnell ich ihnen - mit Hilfe der immer wieder gleichen Bücher- ein passendes Bild (von einer Person, einem Tier, einem Land ...) zeigen kann. Ich finde es jedenfalls auch noch in der heutigen Zeit sehr wichtig, dass Schüler nicht ausschließlich den Computer als Informationsquelle benutzen.  

Es macht großen Spaß ...

Bernhard Ursula am 3.6.2013
Mo 3 Jun

In den letzen Wochen vor Schulschluss geht oft noch am meisten "voran".
Das liegt teilweise daran, dass ich es schaffe, Lehrplananforderungen mit einer gewissen Gelassenheit wegzustreichen. Denn manches geht sich einfach nicht mehr aus!
Dafür verweile ich länger beim Wesentlichen und fühle mich nicht mehr als getriebene Lehrerin, die den Schülern eigentlich noch 1000 Dinge beibringen sollte. Dafür ist es jetzt sowieso zu spät!
Im Sachunterricht empfiehlt es sich meiner Meinung nach, das Gelernte zu wiederholen. Die Kinder mögen das, weil sie sich zum Glück doch einiges gemerkt haben und gerne gefragt werden. Und dies ist für sie natürlich umso schöner, je mehr Antworten sie geben können.
Im Zuge dieser Wiederholungen kommen dann andrerseits oft neue Themen dazu, die sich aus alten ergeben. Angesetzt wird genau dort, wo die Kinder am meisten Interesse signalisieren.
Eigentlich sollte ich das ganze Jahr über so arbeiten, denk ich mir dann. Doch im September steh ich sicher wieder da, mit vielen Plänen, die ich gerne umsetzen möchte. Manches davon wird mir auch gut gelingen, einiges jedoch auch nicht.
Denn Themen, die mit der einen Klasse wunderbar funktioniert haben, können bei der nächsten Klasse wesentlich weniger gut ankommen. Daher sind Enttäuschungen und Überraschungen für mich als Lehrende vorprogrammiert.
Vielleicht ist es ja auch so, dass die Kinder aufgrund der nahenden Sommerferien entspannter sein können und deshalb interessierter als sonst wirken?
Wie auch immer; es macht großen Spaß, zu unterrichten, wenn Schüler einerseits ihr Wissen zeigen und andererseits ihren Wissensdurst signalisieren.


Theater-Premiere erfolgreich geschafft

Bernhard Ursula am 29.5.2013
Mi 29 Mai Ich bin erleichert und glücklich, denn unsere Theateraufführungen waren ein großer Erfolg!! Die Kinder spielten mit erstaunlich großer Sicherheit und das Publikum war wirklich sehr begeistert. Dass viel gelacht und applaudiert wurde, war für die schauspielenden Kinder eine wunderbare Erfahrung, die sie am liebsten gleich noch einige Male gemacht hätten. Deshalb reden sie jetzt schon davon, was nächstes Jahr auf dem Programm stehen wird.  Ich persönlich bin froh, jetzt in eine ruhigere Zeit übergehen zu können. Das große Jahresprojekt ist erfolgreich abgeschlossen und hat mir diesmal besonders deutlich gezeigt, welch verborgenen Fähigkeiten in so manchen Kindern  stecken. Denn gerade die auffallend "schwachen Schüler" waren voller Elan, Ideenreichtum und Witz dabei. Sie konnten Hauptrollen übernehmen und zählten plötzlich zu denen, auf die sich die anderen meistens  verlassen konnten. Man konnte deutlich erkennen, wie positiv sich das Theaterspielen auf ihr Selbstvertrauen ausgewirkt hat. Ehrlicherweise möchte  ich auch erwähnen, dass ich bei den Proben in den letzten zwei Wochen fast an die Grenzen meiner Belastbarkeit gestoßen bin. Es war eine Herausforderung, bei der ich mir nicht mehr sicher war, ob ich mich dieser jemals wieder stellen will: Denn auch wenn die Kinder im Grunde niemals daran zweifelten, das Stück aufführen zu wollen, so verhielten sie sich trotzdem oft aggressiv, bockig, beleidigt und zerstörerisch. So wie wir sie eben auch in der normalen Unterrichtssituation kennen und weswegen sie in keiner Regelklasse sind. Das heißt : Das Theaterspielen macht solche Kinder nicht "braver", es ist keineswegs leichter mit ihnen. Wären die Aufführungen nicht so gut gelaufen, würden mein Kollege und ich uns so etwas in den nächsten Jahren sicher nicht mehr antun. Zum Glück gelang alles so, wie wir es uns ganz fest wünschten und somit wurden unserere Batterien wieder aufgeladen!

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